Freud und Leid im Catering

In unserem 20-jährigen Catering-Alltag gab es natürlich schon manche Herzschlag-Situation, die dank Routine und manchmal auch etwas Glück nicht im Desaster endeten:

«Gourmet Star rettet die Schweizer Armee! Unter diesem Titel könnte man einen hektischen Tag abhaken.
Morgens um 7.15 Uhr kam ein Anruf der Schweizer Armee. Wir wurden angefragt ob wir kurzfristig einen Apéro organisieren könnten.
Grundsätzlich ist dies ja kein Problem, nur handelte es sich dabei um 400 Personen und der Anlass fand am gleichen Nachmittag statt.
Der Schuldige für die Kurzfristigkeit war der Noro Virus. Dieser wurde in der Kaserne festgestellt. Dadurch mussten sämtliche bereitgestellten Lebensmittel vorsorglich vernichtet werden.
Dank viel Einsatz und grossem Willen von allen unseren Mitarbeitern konnte die militärische Brevetierungsfeier, allem Übel zum Trotz, mit feinen, diesmal von Gourmet Star hergestellten, Häppchen abgerundet werden.»

«Der Strassenverkehr ist für uns sehr wichtig. Spezielle Situationen entstehen, wenn unsere Autos in Staus steckenbleiben. Wir hatten einen Auftrag eine Familienzirkusvorführung in Luzern auszurichten, das heisst in der verlängerten Pause sollten wir ein Menu servieren.
Unser Chauffeur versuchte den Stau auf der Autobahn mit einem Umweg durch die Stadt zu umgehen. Leider hatten diese aber auch andere Autofahrer im Sinn.
Die Aufregung bestand darin, dass die Pause immer näher rückte und unser Camion in der Obergrundstrasse einfach festsass. Wir versuchten dann den Zirkus zu überzeugen noch eine zusätzliche Nummer vor der Pause einzuflechten, dies scheiterte dann aber aus programmtechnischen Gründen.
In dieser Situation ist man einer unheimlichen Zerreissprobe ausgesetzt. Man stelle sich vor: Pause und kein Essen da! Die Gemütslage bewegt sich in diesen Minuten zwischen Fluchen und Beten.
Die Pause begann und unser LKW sahen wir von weitem sich uns im Schritttempo nähern. Unser ganzes Personal stand wie Rennläufer bereit und in sekundenschnelle war das Essen abgeladen und servicebereit. Da fiel uns Verantwortlichen natürlich einen grosser Stein vom Herzen und die vielen zufriedenen Gesichter waren ein wenig Lohn für die Riesenaufregung.»

«Im regulären Haushalt oder in einer normalen Gastronomieküche ist Kleinigkeiten vergessen kein grosses Übel. Vergisst man aber bei Ausser Haus-Lieferungen etwas, braucht es doch manchmal gute Nerven. Vergessene Salatsaucen, Zahnstocher oder Zapfenzieher holt man im Dorfladen, auch wenn man an der Privatwohnung spät abends zuerst jemanden rausläuten muss.»

«Mehr als gute Nerven braucht es aber, wenn man beim Verladen durch Unachtsamkeit ein ganzes Dessertbuffet kippt. Zum guten Glück war damals der Pâtissier noch im Hause und bis die Gäste zum Dessert kamen, war bereits wieder alles neu hergerichtet.»

«Ganz schlimm traf es uns als wir mit einer Lieferung von über 200 Personen Richtung Buochs unterwegs waren. In Ennethorw brannte ein Auto auf der Autobahn. Im letzten Moment konnten wir den LKW aber von der Autobahn lotsen und über die Axenstrasse und Flüelen nach Buochs fahren lassen. Da auf der Autobahn stundenlang nichts mehr ging trafen auch viele geladene Gäste erst zum Dessert ein.»

«Ein bisschen des Guten zuviel war auch mal, als gleich zwei Caterer eine Gesellschaft verwöhnen wollten. Nach kurzer, aber heftiger Diskussion war klar, dass der Mitbewerber mit einer Offerte und wir mit der Auftragsbestätigung vor Ort waren.»

«Eine Todsünde ist es wenn die Lieferung zu spät ankommt. Also lieber etwas zu früh als zu spät! Wir waren aber eine ganze Woche zu früh am Ort. Zuerst staunten der Gast und nachher unsere Küche! Leider konnten wir keine so lange Frischegarantie abgeben und so kam unser Personal in den Genuss eines herrlich mundenden Buffets.»

Herzschlag-Zeit war auch mal in der Vorweihnachtszeit: «Wir hatten Hochbetrieb mit verschiedenen Firmenessen. Eine Vorausequipe zum Aufdecken war bereit, wir mussten nur noch den Schlüssel für den Partyraum organisieren. Auf unser Nachfragen bekamen wir die Auskunft, dass wir den Schlüssel ja bereits seit dem Vorabend hätten und es schon aufgedeckt sei. Welch ein Schreck! Es hiess, der Partyraum war zwei Mal vergeben worden. In kürzester Zeit musste Ersatz her. Da die Gesellschaft mit dem Bus unterwegs war, bemerkte, ausser dem Organisator, niemand etwas von diesem «heissen» Augenblick.»

Glücklich dürfen wir sagen: Es ist uns noch nie etwas so schlimmes passiert ist, dass die Situation nicht mehr zu retten war. Wichtig ist einfach, aus Fehlern lernen und kein zweites Mal machen!

Gourmet Star AG
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